Obwohl ich Student bin, hänge ich in diversen bekannten Web2.0 Communities unglaublich selten herum. Der Grund liegt daran, dass diese Communities überhaupt nicht mit dem Studium zu tun haben, sondern nur dem Spaß dienen.
Ich habe einfach keine Lust und auch keine Zeit, um stundenlang in hunderten von Gruppen abzuhängen nur um Content zu generieren.
Gestern dann ist endlich einmal eine sinnvolle Community gelauncht worden und die ist einen Beitrag für mich als Studenten wert: Uniturm!
Studieren heißt lernen!
Wenn ich mich heute noch in einer Web2.0 Community anmelden soll, dann muss dort schon etwas geboten sein. Mit “nette Leute kennenlernen und alte Freunde treffen” lockt man heutzutage niemanden mehr an. Es muss einen Mehrwert geben. Der Mehrwert bei Uniturm: Mitschriften, Skripte und eine Ausrichtung auf das Studium an sich, also an den fachlichen Teil des Studiums (nicht das Kaffeetrinken!).
Der Staat schläft
Ob man nicht mit einem einzigen Prozent der Studiengebühren auch so etwas von staatlicher Seite her machen hätte können, lasse ich jetzt einmal im Raum stehen. Universitäten und Internet sind Feinde - wer nach Informationen über das Studium sucht, der findet uralte Webseiten mit viel zu wenigen Informationen.
Die normale Community
Also meldet man sich bei Studenten Communities an und findet neben Party-Ankündigungen, diversen Spam-Mails von heissen Blondinen und Nachrichten à la Heinz hat dich auf dem Foto mit einem großen dicken Mann verlinkt, wie lustig! eigentlich nichts, das auch nur annähernd etwas mit dem wirklichen Studium zu tun hat.
Zielgruppenorientierung
Wo jetzt für einen Communitiybetreiber mehr Geld sitzt - bei den “Party-Studenten” oder bei den “Streber Studenten”, das kann man ja auch einmal analysieren.
“Party-Studenten” kaufen auf jeden Fall mehr bei schnieken Modelabels ein und schließen Verträge bei überteuerten Telefonanbietern ab, nur um ein schickes Handy zu haben. Natürlich kann man in diesen Communities auch gut konvertierende Werbung für andere Communities machen - der durchschnittliche Student ist ja bei etwa 27 unterschiedlichen Portalen angemeldet.
Als Arbeitgeber würde ich meine Stellenangebote jedoch eher in einer Community posten, die seriöser ist: Über den Kamm geschert findet man dort wohl die Studenten mit eher besseren Noten. Auch als private Krankenversicherung würde ich eher einen zukünftigen IT-Unternehmensberater aquirieren wollen als “Party-Kalle, die Atze aus Hannover” mit seinem Ethnologie-Notendurchschnitt von 3,9 und zwei Jahren Mallorca als Zusatzqualifikation.
Kurzum: So steigt man ins Business ein. Das ist kein Web2.0, das ist Web 2.1
13. Oktober 2008

Hurra..es gibt bislang 2 Kommentare ;)
Du hast mit deinem Artikel vollkommen recht. Was ich persönlich auch noch schlimm an dieser ganzen StudiVZ usw. Geschichte finde ist, das dort nur sehr wenige Studenten zu finden sind. Viele davon sind Schüler, Arbeiter oder Arbeitslose. Aus meinem Bekanntenkreis sind von 5 angemeldeten Nutzern nur 1 Person ein Student. Das sagt ja dann wohl alles. Aber Uniturm scheint gut zu sein, leider ist es auch dort nur mit einer Anmeldung nutzbar. Wenn die Seite entsprechend mit Dokumenten gefüllt ist, kann diese für Studenten sicherlich sehr interessant sein.
Viele Grüße
Chris
Das mit StudiVZ sehe ich auch so, habe mir aufgrund deiner Empfehlung mal Uniturm angeschaut, das Prinzip finde ich super, nur in meinem Fall mangelt es noch sehr an Material, bzw. Studenten die mitmachen obwohl es ein großer Studiengang ist. Aber das kann ja noch kommen. Bei der Refinanzierung eines solchen Projektes sehe ich allerdings die gleichen Probleme wie bei Studivz und Co.
Gruß
Jan